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Gesundheit ist ein Menschenrecht

"Gesundheit ist ein Menschenrecht und eine Voraussetzung für wirtschaftliche Entwicklung.“ So steht es in der allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen von 1948. Das Recht auf Gesundheit umfasst eine Menge Dinge: eine gesunde Umwelt, sauberes Wasser, ausreichend Nahrung und geeignete Wohnverhältnisse gehören ebenso dazu wie die Behandlung und Vorbeugung von Krankheiten. Jeder Mensch hat zudem das Recht, Gesundheitsinformationen einzufordern und auch zu erhalten.
Das Menschenrecht auf Gesundheit gilt für Erwachsene und Kinder gleichermaßen. Alle Staaten, die den Vertrag über die Menschenrechte unterzeichnet haben, müssen dafür sorgen, dieses Recht in ihrem eigenen Land umzusetzen. Doch nicht alle Länder können diese große Aufgabe aus eigener Kraft bewältigen. Ist ein armes Land nicht in der Lage, für die Gesundheit seiner Bevölkerung zu sorgen, sollen die reichen Länder helfen.
Doch auch in wohlhabenden Ländern kann das Recht auf Gesundheit gefährdet sein. So gibt es in Deutschland immer mehr Kinder, die in Armut aufwachsen. WissenschaftlerInnen haben herausgefunden, dass diese Kinder weitaus seltener den Arzt oder die Zahnärztin besuchen und insgesamt größere gesundheitliche Probleme haben. Wer arm ist, stirbt früher – das gilt auch im reichen Deutschland.

 

Armut macht krank!

(Foto: Carla Marcellini / Fotolia)
(Foto: Carla Marcellini / Fotolia)


900 Millionen Menschen leiden weltweit an Unterernährung. Über eine Milliarde Menschen in der Dritten Welt haben keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser, drei Milliarden verfügen über keine geordnete Abfallentsorgung. Und Millionen Menschen sterben jährlich an solch schlechten Lebensbedingungen.
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Krankheiten der Armut sind die Haupttodesursache in Ländern der sogenannten Dritten Welt. Infektionskrankheiten wie Malaria, Tuberkulose und Durchfall breiten sich aus und werden für die durch Mangelernährung geschwächten Menschen zur tödlichen Gefahr. Kinder sind die ersten Opfer: Über zwei Millionen Kinder sterben jährlich an Lungenentzündung, zwei Millionen an Durchfallerkrankungen und rund eine Million an Masern.

Gegen Krankheiten der Armut helfen weder Vitaminpräparate und Aufbaumittel, noch Appetitanreger oder fragwürdige Durchfall- und Erkältungspräparate, die auch deutsche Firmen in der Dritten Welt anbieten.

 

Die Milleniumsentwicklungsziele

Im September 2000 trafen sich VertreterInnen aus 189 Ländern zu einem Gipfeltreffen der Vereinten Nationen in New York. Die meisten von ihnen waren Staats- und Regierungschefs.. Als Ergebnis ihrer Diskussionen verabschiedeten sie die sogenannte Millenniumserklärung (Jahrtausenderklärung). Darin setzten sich die Regierungen acht internationale Entwicklungsziele, die sogenannten „Millenium-Development-Goals (MDGs)“. Diese Ziele sollen bis zum Jahr 2015 umgesetzt werden. Die Halbierung der Armut ist dabei oberstes Gebot.
Mehrere der Entwicklungsziele betreffen direkt die Gesundheit. So soll z.B. die Kindersterblichkeit weltweit verringert und die Gesundheit der Mütter verbessert werden. Insbesondere will man Aids, Malaria und andere übertragbare Krankheiten bekämpfen.

 

Deutschland ist aktiv

Weil Deutschland ein reiches Land ist, trägt es auch Verantwortung für andere. Schon allein komplizierte wirtschaftliche Verflechtungen verbieten es, vor der Armut anderer Staaten die Augen zu verschließen. Deutschland muss dazu beitragen, dass es Menschen in armen Ländern wie z.B. in Afrika besser geht. Dafür gibt es bei uns ein spezielles Ministerium, das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ).
Dieses Ministerium setzt sich aktiv für die Umsetzung des Menschenrechtes auf Gesundheit ein und hat dafür einen Aktionsplan entwickelt. In Kenia finanziert das BMZ z.B. ein Projekt zur Gesundheit von Müttern. Arme Frauen, die sonst keine Unterstützung bekommen, werden dort während der Schwangerschaft oder bei der Geburt betreut. Daneben sorgt das BMZ in Kenia dafür, dass es auch in armen Stadtvierteln sauberes Trinkwasser gibt.

 

Die Weltgesundheitsorganisation

Weltgesundheitsorganisation
(Foto: © WHO / Chris Black)

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) setzt sich z.B. mit Beratungs- und Schulungsprogrammen für die Umsetzung des Menschenrechtes auf Gesundheit ein. Sie koordiniert Programme und Aktivitäten, die übertragbare Krankheiten weltweit bekämpfen. Sie unterstützt Länder beim Aufbau kostengünstiger Gesundheitssysteme und fördert Impfprogramme. Die WHO entwickelt Schulungsprogramme zur Gesundheitsaufklärung. Sie sammelt außerdem weltweit Daten überkrankmachende Lebensumstände und übertragbare Krankheiten. Das Papier: 10 Fakten zur Jugendgesundheit zeigt, welche Faktoren die Gesundheit von Jugendlichen besonders beeinflussen.

http://www.pillen-checker.de/uploads/images/Grafik_Hungerleiden_FAO-DSW.pdf