Lexikon
Aids
Aids ist die Abkürzung eines englischen Ausdrucks, der übersetzt „erworbene Immunschwäche“ bedeutet. Erst 1981 wurde der Erreger der ansteckenden Krankheit gefunden. Es ist ein Virus, das abgekürzt HIV (oder auch HI-Virus) genannt wird. Der Virus befällt bestimmte Zellen im Körper, die für die Abwehr von schädlichen Stoffen ( z.B. Gifte, Krankheitserreger) zuständig sind. Werden diese Zellen durch den HI-Virus befallen, dann bricht die Abwehrbereitschaft des Körpers zusammen. Daher bekommen die PatientInnen häufig Infektionskrankheiten, die bei Gesunden selten auftreten.
Um festzustellen, ob jemand an Aids erkrankt ist, kann man einen Test machen. Lässt sich der HI-Virus im Blut eines Patienten nachweisen, dann ist diese Person HIV-positiv. Wenn das nicht der Fall ist, ist die Person HIV-negativ. Von der Ansteckung bis zum Ausbruch der Krankheit können mehrere Jahre vergehen. Das Virus wird über Körpersäfte übertragen. Das passiert vor allem durch Geschlechtsverkehr oder wenn Spritzen von mehreren Personen verwendet werden. Die Übertragung und damit die Ausbreitung von Aids kann man durch geschützten Geschlechtsverkehr z.B. mit Kondomen verhindern.
Die Krankheit breitet sich weltweit sehr stark aus. Jedes Jahr erkranken ca. 2,7 Millionen Menschen neu an Aids. 2 Millionen Menschen sterben jährlich an der Immunschwäche – jeder sechste Tote ist ein Kind. Besonders betroffen sind die ärmsten Länder in Afrika.
Antibiotikum (Mehrzahl: Antibiotika)
Antibiotika sind Arzneimittel, die krankheitserregende Bakterien im Körper bekämpfen. Das erste Antibiotikum wurde 1940 entdeckt. Es konnte Schimmelpilze bekämpfen und wurde Penizillin genannt.
Mittlerweile gibt es viele verschiedene Antibiotika. Sie gehören zu den unentbehrlichen Arzneimitteln, weil sie sehr wirksam gegen viele Infektionskrankheiten sind. Hierzu gehören z.B. Lungenentzündung, Tuberkulose oder Keuchhusten.
Antibiotika wirken nicht gegen Viren. Der Arzt kann sie also nicht bei Erkältungen, Grippe, Masern, Aids oder andere durch Viren hervorgerufenen Krankheiten verordnen.
Mittlerweile helfen viele Antibiotika nicht mehr. Weil diese Arzneimittel auch heute noch viel zu häufig falsch angewendet oder verordnet werden, sind mittlerweile viele Bakterienstämme unempfindlich, d.h. die Antibiotika wirken nicht mehr. Das nennt man dann Antibiotika-Resistenz.
Arzneimittel
Arzneimittel sind Zubereitungen aus natürlichen (menschlichen, tierischen, pflanzlichen) Grundstoffen oder synthetisch (chemisch) erzeugten Wirkstoffen. Sie werden in der Medizin zur Diagnostik, Vorbeugung, Behandlung oder Heilung von Krankheiten verwendet.
In Deutschland werden Arzneimittel in verschiedene Kategorien eingeteilt. Man unterscheidet verschreibungspflichtige, apothekenpflichtige und freiverkäufliche Arzneimittel. Für die Bewerbung dieser Arzneimittel ergeben sich hieraus besondere Bestimmungen. Für verschreibungspflichtige Arzneimittel darf nur in Fachkreisen (d.h. bei ÄrztInnen, ApothekerInnen etc.) geworben werden. Apothekenpflichtige und freiverkäufliche Arzneimittel dürfen im Gegensatz dazu auch bei VerbraucherInnen beworben werden.
Bakterien
Bakterien sind so klein, dass man sie mit dem bloßen Auge nicht erkennen kann. Sie haben viele verschiedene Formen. Es gibt zum Beispiel die runden Kokken oder die stäbchenförmigen Bazillen. Im Gegensatz zu Viren können sich Bakterien selbst vermehren. Sie teilen sich dann in der Mitte und wachsen zu eigenständigen Bakterien heran. Außerdem wachsen Bakterien sehr schnell: In 20 Minuten können sie sich teilen. So können innerhalb kurzer Zeit aus wenigen Bakterien ganz viele werden.
Bakterien gibt es überall im Körper. Viele sind wichtig für den Menschen. So sind Bakterien in unserem Darm zum Beispiel für die Verdauung notwendig. Andere Bakterien verursachen Krankheiten. Hierzu gehören Keuchhusten, Lungenentzündung oder Tuberkulose. Bei einer Infektion versuchen die körpereigenen Abwehrstoffe die krankmachenden Erreger zu bekämpfen. Reicht das nicht aus, so können Antibiotika helfen, die krankheitserregenden Bakterien abzutöten.
Dritte Welt
Der Begriff Dritte Welt wurde 1961 in den internationalen Sprachgebrauch eingeführt. Damals veröffentlichte der französische Schriftsteller und Politiker Frantz Fanon das Buch „Die Verdammten dieser Erde“. Er setzte darin die Dritte Welt mit der kolonialisierten und unterentwickelten Welt gleich. Ursprünglich bezeichnete Dritte Welt die Länder, die sich vom Ost-West-Konflikt abgrenzen wollten und sich dritter Block nannten. Sie fühlten sich weder den westlichen Industriestaaten, noch dem Ostblock zugehörig fühlten und wollten mit dieser Abgrenzung einen dritten Weg beschreiten. Heute wird der Begriff Dritte Welt als Bezeichnung für Entwicklungsländer benutzt. Gemeint sind die rund 130 Staaten der Erde, die im Bereich Gesundheit, Bildung oder Sozialwesen über unzureichende Ressourcen verfügen. Hier leben etwa 76 Prozent der Weltbevölkerung. Der Oberbegriff Dritte Welt unterstellt den Entwicklungsländern gewisse Gemeinsamkeiten, obwohl diese Länder in vielerlei Hinsicht sehr verschieden sind. Zugleich sind Probleme der Dritten Welt nicht zu lösen, ohne Perspektiven für die "Eine Welt" zu entwickeln. Ausgehend von der ökologischen Einheit unseres Planeten müssen auch alle anderen Wechselwirkungen innerhalb der Völkergemeinschaft betrachtet und die gemeinsame Verantwortung deutlich gemacht werden.
Entwicklungsländer
Ein Entwicklungsland ist nach allgemeinem Verständnis ein armes Land, das hinsichtlich seiner wirtschaftlichen, sozialen und politischen Entwicklung einen relativ niedrigen Stand aufweist. Welches Land als Entwicklungsland einzustufen ist, hängt vom Maßstab ab, an dem man die Entwicklung eines Landes misst, etwa dem Pro-Kopf-Einkommen. Eine Vollversammlung der Vereinten Nationen prägte 1971 die Unterscheidung zwischen Least Developed Countries (am wenigsten entwickelte Länder = LLDC) und Less Developed Countries (wenig entwickelte Länder = LDC). Im Deutschen wird der Ausdruck „weniger entwickelte Länder“ allerdings vermieden. So benutzt das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) entweder den englischsprachigen Begriff „LDC“ oder den deutschen unbestimmten Begriff „Entwicklungsland“. Hilfsorganisationen sprechen dagegen statt von Entwicklungsländern zunehmend von „Partnerländern“.
Menschen aus armen Ländern benutzen statt des Begriffs „Entwicklungspolitik“ häufig den Ausdruck „Nord-Süd-Beziehungen“. Die Bezeichnung ist zwar wertfrei, da sie eine geographische Lage ausdrückt. Allerdings liegen Entwicklungsländer nicht zwangsläufig auf der südlichen Halbkugel. Gleiches gilt im umgekehrten Sinne auch für den Begriff „Norden“.
Infektion, Infektionskrankheiten
Wenn jemand eine Infektion hat, so meinen wir damit, dass eine ansteckende Krankheit bei ihm / ihr ausgebrochen ist. Eigentlich ist eine Infektion aber nur das Eindringen eines Krankheitserregers. Unser Immunsystem verhindert, dass jede Infektion zu einer Krankheit wird.
Als Krankheitserreger kommen viele Lebewesen in Frage, vor allem aber sind es Bakterien, Viren, Pilze oder auch Würmer. Jede Krankheit hat ihren eigenen Infektionsweg. Manche werden über die Atemluft aufgenommen, andere über das Essen und Trinken, andere wieder nur über Blutkontakt.
Zwischen der Infektion und dem Ausbruch der Krankheit liegt die Inkubationszeit. Bei der Grippe beträgt diese zwischen zwei und drei Tage. Bei anderen Krankheiten kann sie auch mehrere Jahre dauern.
Life-Style-Medikamente
Life-Style heißt übersetzt Lebensstil. Ein Life-Style-Medikament bezeichnet ein Arzneimittel, das in erster Linie nicht der Bekämpfung einer Erkrankung dient. Vielmehr soll ein Life-Style-Medikament die körperliche Leistungsfähigkeit verbessern oder das Wohlbefinden fördern. Life-Style-Medikamenten werden in der Regel nicht von den Krankenkassen bezahlt. Hierzu gehören Mittel, die die sexuelle Potenz steigern sollen, Mittel zur Rauchentwöhnung, zur Abmagerung oder zur Zügelung des Appetits, zur Regulierung des Körpergewichts oder zur Verbesserung des Haarwuchses.
Im weiteren Sinn können auch hochdosierte Mineralstoff- und Vitaminpräparate als Lifestyle-Medikamente gelten, obwohl es sich hier nicht um Arzneimittel, sondern um Nahrungsergänzungsmittel handelt.
Malaria
Malaria ist eine lebensbedrohliche Krankheit, die heute vor allem armen Ländern vorkommt. Noch vor ca. 60 Jahren war sie auch in Europa weit verbreitet.
Malaria wird auch Sumpffieber oder Wechselfieber genannt. Übertragen wird die Krankheit durch den Stich der Anopheles-Mücke. Das Wort Malaria kommt aus dem Italienischen und heißt wörtlich übersetzt: Mal aria = schlechte Luft. Damit ist die schlechte Luft, die aus Sümpfen steigt gemeint, weil die Anopheles-Mücken stehendes Wasser oder Sümpfe für ihre Vermehrung brauchen.
Die Krankheit äußert sich durch Fieber, das in Schüben verläuft ( daher auch der Begriff Wechselfieber). Jedes Jahr erkranken rund 250 Millionen Menschen an Malaria und rund eine Millionen Menschen sterben daran.
Moskitonetze können vor den Stichen der Anopheles-Mücke schützen. Ist jemand an Malaria erkrankt, muss er / sie möglichst schnell behandelt werden, denn die Krankheit kann tödlich verlaufen. Leider sind die altbewährten Malaria-Medikamente inzwischen in vielen Fällen wirkungslos. Die wenigen neuen Medikamente, die es gibt, sind für die Armen zu teuer. Eine Impfung gibt es bis jetzt noch nicht. Es muss mehr geforscht werden und neue Medikamente müssen für die Armen zugänglich sein.
Tuberkulose
Die Tuberkulose (TB ) wird auch Schwindsucht genannt. Sie ist die häufigste Infektionskrankheit der Welt. Rund ein Drittel der Weltbevölkerung – das sind rund zwei Milliarden Menschen – tragen den Erreger, das Mycobakterium tuberculosis, in sich. Doch nur bei einem von zehn Infizierten bricht die Krankheit aus. Menschen, die in Armut leben, durch andere Krankheiten (z.B. Aids) geschwächt oder unterernährt sind, sind besonders gefährdet eine Tuberkulose zu bekommen.
Die häufigste Form der Erkrankung ist die Lungen-Tuberkulose. Wer eine offene Lungen-TB hat, kann die Bakterien über Husten oder Sprechen auf andere Menschen übertragen.
Tuberkulose ist heilbar. Die PatientInnen müssen nach einem weltweit festgelegten Plan über mehrere Monate hinweg Tabletten einnehmen. Wird die Einnahme der Tabletten zu früh abgebrochen, entstehen Antibiotika-Resistenzen, d.h. die Medikamente wirken bei den PatientInnen nicht mehr. Hier muss in Zukunft viel geforscht werden. Dringend nötig sind neue Medikamente, die die Behandlungsdauer verkürzen.
Tuberkulose sollte aber nicht allein mit Arzneimitteln bekämpft werden. Genauso wichtig ist es, die Armut zu bekämpfen. Über Jahrzehnte war in Deutschland die TB die häufigste einzelne Krankheit mit Todesfolge. Das heißt, an keiner anderen Erkrankung starben Ende des 19., Anfang des 20. Jahrhunderts so viele Menschen. Die Verbesserung der Lebensbedingungen war ein entscheidender Faktor, dass die Krankheit fast vollständig zurückgedrängt worden ist.
Vereinten Nationen
Die Vereinten Nationen (engl. United Nations = UN oder United Nations Organisation =UNO) ist der Name einer Organisation, die 1945 – also nach dem zweiten Weltkrieg - gegründet wurde. Sie hat ihren Sitz in New York / USA. Der Organisation gehören die meisten Länder der Welt an. Sie setzen sich für Frieden und die Einhaltung der Menschenrechte ein.
Die UN hat viele Sonderorganisationen gebildet. Dazu gehört z.B. das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (UNICEF) oder die Weltgesundheitsorganisation.
Virus (Mehrzahl: Viren)
Viren sind kleine Krankheitserreger, die man nicht mit dem bloßen Auge sehen kann. Sie sind noch viel kleiner als Bakterien. Im Gegensatz zu Bakterien sind Viren keine richtigen Lebewesen. Sie können sich nicht selbst vermehren, sondern brauchen dazu die Zelle eines Lebewesens – eine sogenannte Wirtszelle. Wenn ein Virus sich vermehren will, schleust es sich in eine andere Zelle ein und zwingt sie, neue Viren herzustellen.
Es gibt viele Viruserkrankungen. Zum Beispiel Masern, Grippe oder auch Aids. Gegen Viren helfen Antibiotika nicht. Oft behandelt man bei einer Infektion nur die Beschwerden wie Fieber, Schmerzen, Durchfall usw. und wartet bis sich der Körper erholt hat und alle Erreger vernichtet sind. Dafür braucht der Körper Zeit. Man sollte sich daher schonen und viel trinken.
Weltgesundheitsorganisation (WHO)
Die Weltgesundheitsorganisation (engl: World Health Organisation = WHO) ist eine Sonderorganisation der Vereinten Nationen (engl: United Nations = UN). Sie wurde 1946 gegründet und hat ihren Sitz in Genf in der Schweiz. Ihr gehören insgesamt 193 Staaten an. Die Bundesrepublik Deutschland ist der WHO im Jahr 1951 beigetreten.
Die WHO soll dafür sorgen, dass für alle Menschen ein Höchstmaß an Gesundheit erreicht wird. Dazu gehören die Bekämpfung von Krankheiten und vorbeugende Maßnahmen wie z.B. die Verbesserung der Hygiene und der sanitären Einrichtungen. Dafür stellt die WHO Beratungs- und Schulungsprogramme und auch Personal bereit.
Zudem sammelt die WHO Krankheitsdaten aus der ganzen Welt. Das sind Zahlen und Daten zu Aids, Tuberkulose, Malaria, Grippe und vielen anderen Krankheiten. Diese werden immer auf dem laufenden Stand gehalten und einmal im Jahr veröffentlicht, im sogenannten World Health Report. Darin stehen auch Handlungsempfehlungen für die 193 Mitgliedsstaaten der WHO.
Die Weltgesundheitsorganisation hat seit ihrem Bestehen schon viele Erfolge erzielt. So konnten die Pocken – eine gefährliche Infektionskrankheit – fast vollständig ausgerottet werden. Auch die Kinder- und Müttersterblichkeit ist in Entwicklungsländern seit dem Bestehen der WHO stark zurückgegangen.
Aber noch sind nicht alle Ziele erreicht. Weiterhin arbeitet die WHO daran, die große Ungleichheit in der Gesundheitsversorgung zwischen armen und reichen Ländern und zwischen der Stadt- und Landbevölkerung abzubauen.
