Impressum

Diese Seite drucken

Lexikon

A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z

 

Advertorial

Ein Advertorial ist eine als Artikel getarnte Werbeanzeige. Das Wort setzt sich zusammen aus dem englischen advertisement (Werbung) und editorial text (redaktioneller Text). Das Advertorial zählt zu den verborgenen Werbeformen die eigentlich nicht zulässig sind. Laut deutschem Presserecht muss es eine klare Trennung von redaktionellem Inhalt und Werbung geben. Werbung muss als Anzeige gekennzeichnet sein. Dies ist in der Praxis aber oft nicht der Fall. Ein Beispiel für ein Advertorial findest Du bei der Zeitschrift Gute Pillen – Schlechte Pillen bzw. auf deren Webseite unter der Rubrik: Werbung aufgebpasst: Werben mit Stars – Symbicort®

Aids

Aids ist die Abkürzung eines englischen Ausdrucks, der übersetzt „erworbene Immunschwäche“ bedeutet. Erst 1981 wurde der Erreger der ansteckenden Krankheit gefunden. Es ist ein Virus, das abgekürzt HIV (oder auch HI-Virus) genannt wird. Der Virus befällt bestimmte Zellen im Körper, die für die Abwehr von schädlichen Stoffen ( z.B. Gifte, Krankheitserreger) zuständig sind. Werden diese Zellen durch den HI-Virus befallen, dann bricht die Abwehrbereitschaft des Körpers zusammen. Daher bekommen die PatientInnen häufig Infektionskrankheiten, die bei Gesunden selten auftreten.
Um festzustellen, ob jemand an Aids erkrankt ist, kann man einen Test machen. Lässt sich der HI-Virus im Blut eines Patienten nachweisen, dann ist diese Person HIV-positiv. Wenn das nicht der Fall ist, ist die Person HIV-negativ. Von der Ansteckung bis zum Ausbruch der Krankheit können mehrere Jahre vergehen. Das Virus wird über Körpersäfte übertragen. Das passiert vor allem durch Geschlechtsverkehr oder wenn Spritzen von mehreren Personen verwendet werden. Die Übertragung und damit die Ausbreitung von Aids kann man durch geschützten Geschlechtsverkehr z.B. mit Kondomen verhindern.
Die Krankheit breitet sich weltweit sehr stark aus. Jedes Jahr erkranken ca. 2,7 Millionen Menschen neu an Aids. 2 Millionen Menschen sterben jährlich an der Immunschwäche – jeder sechste Tote ist ein Kind. Besonders betroffen sind die ärmsten Länder in Afrika.

Antibiotikum (Mehrzahl: Antibiotika)

Antibiotika sind Arzneimittel, die krankheitserregende Bakterien im Körper bekämpfen. Es gibt viele verschiedene Antibiotika. Sie gehören zu den unentbehrlichen Arzneimitteln, weil sie sehr wirksam gegen viele Infektionskrankheiten sind. Hierzu gehören z.B. Lungenentzündung, Tuberkulose oder Keuchhusten.
Antibiotika wirken nicht gegen Viren. Der Arzt kann sie also nicht bei Erkältungen, Grippe, Masern, Aids oder andere durch Viren hervorgerufenen Krankheiten verordnen.
Mittlerweile helfen viele Antibiotika nicht mehr. Weil diese Arzneimittel auch heute noch viel zu häufig falsch angewendet oder verordnet werden, sind mittlerweile viele Bakterienstämme unempfindlich, d.h. die Antibiotika wirken nicht mehr. Das nennt man dann Antibiotika-Resistenz.

Arzneimittel allgemein

Arzneimittel sind Zubereitungen aus natürlichen (menschlichen, tierischen, pflanzlichen) Grundstoffen oder synthetisch (chemisch) erzeugten Wirkstoffen. Sie werden in der Medizin zur Diagnostik, Vorbeugung, Behandlung oder Heilung von Krankheiten verwendet.
In Deutschland werden Arzneimittel in verschiedene Kategorien eingeteilt. Man unterscheidet verschreibungspflichtige, apothekenpflichtige und freiverkäufliche Arzneimittel. Für die Bewerbung dieser Arzneimittel ergeben sich hieraus besondere Bestimmungen. Für verschreibungspflichtige Arzneimittel darf nur in Fachkreisen (d.h. bei ÄrztInnen, ApothekerInnen etc.) geworben werden. Apothekenpflichtige und freiverkäufliche Arzneimittel dürfen im Gegensatz dazu auch bei VerbraucherInnen beworben werden.

Arzneimittel, Entwicklung

Die Entwicklung eines Arzneimittels dauert rund zehn bis zwölf Jahre. Zunächst muss eine neue chemische Verbindung gefunden werden (1-2 Jahre). Darauf folgt die sogenannte Präklinische Prüfung, in der die Wirksamkeit und Giftigkeit des Wirkstoffes u.a. in Tierversuchen getestet wird (3-4 Jahre). Daran schließt sich die klinische Prüfung an (5-6 Jahre). Sie besteht aus drei Phasen. 1. Phase: Der Zusammenhang zwischen Dosis und Wirkung wird an gesunden Personen überprüft. 2. Phase: Wirksamkeit und Verträglichkeit werden am Menschen getestet. 3. Phase: Die Wirksamkeit des Arzneimittels wird im Vergleich zur Standardtherapie getestet. Waren alle Phasen der Prüfung erfolgreich, kann eine Zulassung beantragt werden. Nach Markteinführung wird systematisch weiter beobachtet, ob sich das neue Arzneimittel bewährt (Phase 4 der klinischen Prüfung).

Arzneimittel, verschreibungspflichtig / rezeptpflichtig

Verschreibungspflichtige Arzneimittel dürfen nur von ÄrztInnen und Ärzten auf Rezept verordnet werden. Sie sind stärker wirksam als andere Mittel und daher auch mit größeren Risiken behaftet. Das Rezept berechtigt zum Kauf des entsprechenden Arzneimittels in der Apotheke. Es informiert den Apotheker/die Apothekerin über Packungsgröße, Dosierung und Darreichungsform und liefert den Krankenkassen Informationen für die Abrechnung. Auch neu zugelassene Arzneimittel sind die ersten fünf Jahre rezeptpflichtig.

Arzneimittel, Werbung

Arzneimittelwerbung für rezeptpflichtige Arzneimittel ist auf der ganzen Welt – mit Ausnahme der USA und Neuseeland - bei VerbraucherInnen verboten. Für rezeptpflichtige Mittel darf nur in Fachkreisen, z:B. bei ÄrztInnen, geworben werden. Dies ist in Deutschland im Heilmittelwerbegesetz geregelt. Rezeptfreie Mittel dürfen hingegen bei VerbraucherInnen beworben werden, also in Fernsehen, Radio und Zeitungen. Die Werbekosten sind im Verkaufspreis des Arzneimittels enthalten.

Arzneimittel, Zulassung

Für die Arzneimittelzulassung ist in Deutschland das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) zuständig. Die Arzneimittelhersteller müssen für eine Zulassung entsprechende Unterlagen zur Prüfung beim BfArm einreichen. Erst wenn die Zulassung positiv geprüft wurde, darf das Medikament auf den Markt gebracht – d.h. vom Arzt verschrieben oder in der Apotheke verkauft werden.

Wenn ein Arzneimittelhersteller sein Medikament für Europa zulassen will, muss er sich an die Europäische Medizinagentur wenden (European Medicines Agency = EMA). Diese hat ihren Sitz in London. Gentechnisch hergestellte Arzneimittel können nur durch die EMA zugelassen werden.

Bakterien

Bakterien sind so klein, dass man sie mit dem bloßen Auge nicht erkennen kann. Sie haben viele verschiedene Formen. Es gibt zum Beispiel die runden Kokken oder die stäbchenförmigen Bazillen. Im Gegensatz zu Viren können sich Bakterien selbst vermehren. Sie teilen sich dann in der Mitte und wachsen zu eigenständigen Bakterien heran. Außerdem wachsen Bakterien sehr schnell: In 20 Minuten können sie sich teilen. So können innerhalb kurzer Zeit aus wenigen Bakterien ganz viele werden.
Bakterien gibt es überall im Körper. Viele sind wichtig für den Menschen. So sind Bakterien in unserem Darm zum Beispiel für die Verdauung notwendig. Andere Bakterien verursachen Krankheiten. Hierzu gehören Keuchhusten, Lungenentzündung oder Tuberkulose. Bei einer Infektion versuchen die körpereigenen Abwehrstoffe die krankmachenden Erreger zu bekämpfen. Reicht das nicht aus, so können Antibiotika helfen, die krankheitserregenden Bakterien abzutöten.

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM)

Die Abkürzung BfArM steht für Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte. Das Institut ist eine Bundesbehörde und hat ihren Sitz in Bonn. Das BfArM ist unter anderem zuständig für die Zulassung von Arzneimitteln in Deutschland. Andere Aufgaben sind die Überwachung der Arzneimittelsicherheit z.B. die Registrierung von unerwünschten Arzneimittelwirkungen.

Disease Mongering

Das Wort kommt aus dem Englischen und meint eine besondere Form der Arzneimittel-Werbung, die gezielt Gerüchte und Ängste vor Krankheiten schürt. Disease Mongering bedeutet, dass die Grenzen dessen, was als krankhaft und gilt und behandelt werden sollte, immer weiter ausgedehnt werden. Medikalisierung ist ein etwas älterer Begriff für dieses Phänomen. Medikalisierung oder Disease Mongering macht Gesunde zu PatientInnen, z.B. indem die Glatze bei Männern zu einer Krankheit umdefiniert wird. das fördert einen erhöhten Arzneimittelkonsum und setzt VerbraucherInnen unnötigen Risiken aus. wertvolle Resoorucen - vor allem in armen Ländern - werden verschleudert. Kein Mensch sollte unnötigerweise Medikamente schlucken.

Beispiel für Disease Mongering oder Medikalisierung findest du unter dem Menüpunkt Fotostory, in der Broschüre: Schöne neue Pharmawelt (und hier besonders im Kapitel: Für jede Beschwerde eine Pille?) oder in einer virtuellen Ausstellung, die du dir hier anschauen kannst.

Dritte Welt

Der Begriff Dritte Welt wurde 1961 in den internationalen Sprachgebrauch eingeführt. Damals veröffentlichte der französische Schriftsteller und Politiker Frantz Fanon das Buch „Die Verdammten dieser Erde“. Er setzte darin die Dritte Welt mit der kolonialisierten und unterentwickelten Welt gleich. Ursprünglich bezeichnete Dritte Welt die Länder, die sich vom Ost-West-Konflikt abgrenzen wollten und sich dritter Block nannten. Sie fühlten sich weder den westlichen Industriestaaten, noch dem Ostblock zugehörig fühlten und wollten mit dieser Abgrenzung einen dritten Weg beschreiten. Heute wird der Begriff Dritte Welt als Bezeichnung für Entwicklungsländer benutzt. Gemeint sind die rund 130 Staaten der Erde, die im Bereich Gesundheit, Bildung oder Sozialwesen über unzureichende Ressourcen verfügen. Hier leben etwa 76 Prozent der Weltbevölkerung. Der Oberbegriff Dritte Welt unterstellt den Entwicklungsländern gewisse Gemeinsamkeiten, obwohl diese Länder in vielerlei Hinsicht sehr verschieden sind. Zugleich sind Probleme der Dritten Welt nicht zu lösen, ohne Perspektiven für die "Eine Welt" zu entwickeln. Ausgehend von der ökologischen Einheit unseres Planeten müssen auch alle anderen Wechselwirkungen innerhalb der Völkergemeinschaft betrachtet und die gemeinsame Verantwortung deutlich gemacht werden.

Entwicklungsländer

Ein Entwicklungsland ist nach allgemeinem Verständnis ein armes Land, das hinsichtlich seiner wirtschaftlichen, sozialen und politischen Entwicklung einen relativ niedrigen Stand aufweist. Welches Land als Entwicklungsland einzustufen ist, hängt vom Maßstab ab, an dem man die Entwicklung eines Landes misst, etwa dem Pro-Kopf-Einkommen. Eine Vollversammlung der Vereinten Nationen prägte 1971 die Unterscheidung zwischen Least Developed Countries (am wenigsten entwickelte Länder = LLDC) und Less Developed Countries (wenig entwickelte Länder = LDC). Im Deutschen wird der Ausdruck „weniger entwickelte Länder“ allerdings vermieden. So benutzt das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) entweder den englischsprachigen Begriff „LDC“ oder den deutschen unbestimmten Begriff „Entwicklungsland“. Hilfsorganisationen sprechen dagegen statt von Entwicklungsländern zunehmend von „Partnerländern“.

Menschen aus armen Ländern benutzen statt des Begriffs „Entwicklungspolitik“ häufig den Ausdruck „Nord-Süd-Beziehungen“. Die Bezeichnung ist zwar wertfrei, da sie eine geographische Lage ausdrückt. Allerdings liegen Entwicklungsländer nicht zwangsläufig auf der südlichen Halbkugel. Gleiches gilt im umgekehrten Sinne auch für den Begriff „Norden“.

Generikum

Als Generikum (Plural Generika) bezeichnet man ein Arzneimittel, das den gleichen Wirkstoff wie ein Originalprodukt enthält. Es wird auch als Nachahmerpräparat bezeichnet. Generika sind häufig viel preiswerter, als die Originalprodukte, obwohl sie keine schlechtere Qualität haben und ebenso gut wirken. Daher ist es vernünftig, sie zu benutzen.

HPV

HPV ist eine Abkürzung und bezeichnet einen Krankheitserreger aus der Gruppe der Humanen Papillom-Viren (HPV). Insgesamt gibt es mehr als 100 Viren, die zu dieser Gruppe gehören. Viele Menschen stecken sich irgendwann im Leben mit HPV an. Diese Viren werden beim direkten Hautkontakt übertragen, meistens beim Sex. Kondome können das Übertragungsrisiko verringern.
Kommt es zu einer Infektion, dann heilt diese in der Regel von selbst aus. Nur selten werden die eigenen Abwehrkräfte damit nicht fertig. Dann können sich die Zellen am Gebärmutterhals in unterschiedlichen Schweregraden verändern. Diese sogenannten Dysplasien werden als Vorstufe für Krebs angesehen. Aber auch diese Vorstufen bilden sich überwiegend zurück und entarten nicht. Wie häufig sich letztlich aus den veränderten Zellen ein Krebs entwickelt, ist unklar. Gebärmutterhalskrebs ist in Deutschland mit 3,2% aller Krebserkrankungen von Frauen glücklicherweise relativ selten. Durch regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen wird er meist rechtzeitig erkannt und kann erfolgreich behandelt werden.

Einige Risikofaktoren – beispielsweise viele Entbindungen, Rauchen oder die Langzeiteinnahme der „Pille“ - begünstigen eine chronische Infektion.

Mindestens 16 der mehr als 100 HPV-Typen gelten als Hochrisikotypen für Krebs. 70% der Erkrankungen an Gebärmutterhalskrebs werden auf die Typen 16 oder 18 zurückgeführt, gegen die der Impfstoff Gardasil® schützen soll. Daraus kann man aber nicht schließen, dass der Impfstoff tatsächlich so viele Krebserkrankungen verhindern kann. Weil sich Gebärmutterhalskrebs sehr langsam entwickelt, ist bislang nur untersucht, wie stark die Krebsvorstufen abnehmen. Da sehen die Zahlen weniger beeindruckend aus: Nur 16,9% aller schweren Dysplasien werden durch die Impfung verhindert.

Mehr dazu hier bei Pillen-Checker unter Pillen-Info.

Infektion, Infektionskrankheiten

Wenn jemand eine Infektion hat, so meinen wir damit, dass eine ansteckende Krankheit bei ihm / ihr ausgebrochen ist. Eigentlich ist eine Infektion aber nur das Eindringen eines Krankheitserregers. Unser Immunsystem verhindert, dass jede Infektion zu einer Krankheit wird.
Als Krankheitserreger kommen viele Lebewesen in Frage, vor allem aber sind es Bakterien, Viren, Pilze oder auch Würmer. Jede Krankheit hat ihren eigenen Infektionsweg. Manche werden über die Atemluft aufgenommen, andere über das Essen und Trinken, andere wieder nur über Blutkontakt.
Zwischen der Infektion und dem Ausbruch der Krankheit liegt die Inkubationszeit. Bei der Grippe beträgt diese zwischen zwei und drei Tage. Bei anderen Krankheiten kann sie auch mehrere Jahre dauern.

Lepra

Bei der Lepra handelt es sich um eine chronische Infektion (Link Lexikon zu Infektion) der Haut, bei der vor allem die Nervenenden in den Füßen, Händen und Gesicht, seltener auch andere Organe betroffen sind. Das erste Anzeichen einer Leprainfektion ist ein Fleck auf der Haut, in dem kein Gefühl mehr ist. Weil durch die Nervenschädigungen die Finger, Zehen etc. taub sind, können sich die Menschen eher verletzen, weil die Schmerzen nicht wahrgenommen werden können. In Folge von unbemerkten Schürfwunden, Verbrennungen, Schnittverletzungen, Quetschungen usw.  entstehen langfristig Verkrüppelungen. Bei schweren Formen wird das Gewebe nachhaltig geschädigt und es entstehen entstellende Hautveränderungen  
Lepra wird nicht vererbt. Vielmehr ist das sogenannte Mycobacterium leprae die Ursache für die Erkrankung. Der Ansteckungsweg ist nicht genau bekannt. Wahrscheinlich ist aber eine Übertragung des Erregers über Tröpfcheninfektion wie z.B. über Niesen oder Husten. Armutsbedingte Lebensumstände – so wie sie oft in der Dritten Welt vorkommen – können die Ansteckung begünstigen. Deshalb bekommen auch häufiger arme und / oder unterernährte Menschen, die in schlechten Wohnverhältnissen leben müssen die Lepra. So leben besonders viele Leprakranke in Asien, Südamerika und Afrika

Im Mittelalter war die Lepra auch in Europa ein großes Problem. Mit der Verbesserung der allgemeinen Lebensbedingungen ist die Krankheit in Europa unbedeutend geworden. Es gibt noch wenige sehr alte Menschen, die eine Lepraerkrankung durchgemacht haben.

Bis jemand erkrankt können oft viele Jahre vergehen. Bis zu 95% der Menschen haben aber angeborene Abwehrkräfte gegen den Lepra-Erreger.
Lepra ist heilbar. Mit einem Medikamentenmix, der zwischen sechs und 18 Monate eingenommen werden muss, wird der Lepra-Erreger vollständig abgetötet. Leider kann der Erreger aber auch entstellende Körperbehinderungen hervorrufen, was dann häufig auch zu sozialen Problemen führt.

Life-Style-Medikamente

Life-Style heißt übersetzt Lebensstil. Ein Life-Style-Medikament bezeichnet ein Arzneimittel, das in erster Linie nicht der Bekämpfung einer Erkrankung dient. Vielmehr soll ein Life-Style-Medikament die körperliche Leistungsfähigkeit verbessern oder das Wohlbefinden fördern. Life-Style-Medikamenten werden in der Regel nicht von den Krankenkassen bezahlt. Hierzu gehören Mittel, die die sexuelle Potenz steigern sollen, Mittel zur Rauchentwöhnung, zur Abmagerung oder zur Zügelung des Appetits, zur Regulierung des Körpergewichts oder zur Verbesserung des Haarwuchses.
Im weiteren Sinn können auch hochdosierte Mineralstoff- und Vitaminpräparate als Lifestyle-Medikamente gelten, obwohl es sich hier nicht um Arzneimittel, sondern um Nahrungsergänzungsmittel handelt.

Liste der unentbehrlichen Arzneimitteln
(Essential Medicines List = EML)

Im Jahr 1977 veröffentlichte die Weltgesundheitsorganisation WHO die erste Liste der unentbehrlichen Arzneimittel oder im Englischen: Essential Medicines List (EML). Auf der Liste sind solche Arzneimistoffe aufgeführt, die benötigt werden, um die hauptsächlichen Bedürfnisse der Bevölkerung zur medizinischen Versorgung zu befriedigen. Sie sollen in einem Land immer in ausreichender Menge, richtiger Dosierungsform, guter Qualität und zu einem für die PatientInnen erschwinglichen Preis verfügbar sein.
Der Grund für die Entwicklung einer solchen Liste war die Feststellung, dass nützliche Medikamente vorhanden waren, aber nicht immer für die bedürftigen PatientInnen zur Verfügung standen. Auf der anderen Seite gab es viele Medikamente, die als nicht nützlich eingestuft wurden, dennoch in vielen Ländern verkauft wurden.
Mit der Liste will die WHO einen vernünftigen Arzneimittelgebrauch fördern. Die Einführung der Liste ist heftig debattiert worden. So ist sie der pharmazeutischen Industrie zu einschränkend.

In regelmäßigen Abständen wird die Liste aktualisiert, weil neue wichtige Medikamente entwickelt wurden oder weil neue Krankheiten dazu gekommen sind. In den meisten Ländern der Welt (156) gibt es nationale Listen unentbehrlicher Medikamente, die sich an der WHO-Liste orientieren. Deutschland gehört nicht dazu.

Malaria

Malaria ist eine lebensbedrohliche Krankheit, die heute vor allem in armen Ländern vorkommt. Noch vor ca. 60 Jahren war sie auch in Europa weit verbreitet.

Malaria wird auch Sumpffieber oder Wechselfieber genannt. Übertragen wird die Krankheit durch den Stich der Anopheles-Mücke. Das Wort Malaria kommt aus dem Italienischen und heißt wörtlich übersetzt: Mal aria = schlechte Luft. Damit ist die schlechte Luft, die aus Sümpfen steigt gemeint, weil die Anopheles-Mücken stehendes Wasser oder Sümpfe für ihre Vermehrung brauchen.
Die Krankheit äußert sich durch Fieber, das in Schüben verläuft ( daher auch der Begriff Wechselfieber). Jedes Jahr erkranken rund 250 Millionen Menschen an Malaria und rund eine Millionen Menschen sterben daran.
Moskitonetze können vor den Stichen der Anopheles-Mücke schützen. Ist jemand an Malaria erkrankt, muss er / sie möglichst schnell behandelt werden, denn die Krankheit kann tödlich verlaufen. Leider sind die altbewährten Malaria-Medikamente inzwischen in vielen Fällen wirkungslos. Die wenigen neuen Medikamente, die es gibt, sind für die Armen zu teuer. Eine Impfung gibt es bis jetzt noch nicht. Es muss mehr geforscht werden und neue Medikamente müssen für die Armen zugänglich sein.

Millenium Development Goal - MDG

Die Millenium-Development-Goals (MDGs) sind die sogenannten Jahrtausend-Entwicklungs-Ziele. Sie wurden im September 2000 von VertreterInnen aus 189 Ländern in einem Gipfeltreffen der Vereinten Nationen in New York verabschiedet. In gemeinsamer Anstrengung wollen sie den Kampf gegen Armut, Hunger und Krankheit aufnehmen und bis 2015 sichtbare Erfolge erreichen. Mehrere der Entwicklungsziele betreffen direkt die Gesundheit. So soll z.B. die Kindersterblichkeit von Kindern unter fünf Jahren bis zum Jahr 2015 um zwei Drittel gesenkt werden.  Die Ausbreitung von HIV/Aids, Malaria und anderen schweren Krankheiten soll bis zum Jahr 2015 gestoppt werden und die Zahl der Neuinfektionen rückläufig sein. Bis 2010 sollten alle HIV-Infizierte umfassenden Zugang zu medizinischer Behandlung bekommen. Dieses Ziel wurde aber verfehlt. Zwar stieg die Zahl der  Menschen in Entwicklungsländern, die Zugang zu umfassender Behandlung erhielten an, aber es bleiben große Herausforderungen. Es hat sich herausgestellt, dass der Therapiebeginn früher einsetzen muss. Dadurch steigt die Zahl der Behandlungsbedürftigen um 50% an.

Mehr zu den MDGs und was Du selbst tun kannst erfährst Du z.B. auf der Webseite: Deine Stimme gegen Armut

Monosubstanz

Wenn man im Bereich Arzneimittel von einer Monosubstanz spricht, dann besteht das Arzneimittel nur aus einer chemischen Verbindung.

Schlafkrankheit

Die Schlafkrankheit ist eine schwerwiegende Erkrankung, die in den tropischen Gebieten Afrikas vorkommt. Übertragen wird die Krankheit über die tagaktive Tse-Tse-Fliege. Die Erkrankung betrifft vor allem die arme Bevölkerung in abgelegenen ländlichen Gebieten Afrikas, die hauptsächlich mit Fischfang, der Tierzucht, Ackerbau oder Jagen ihren Lebensunterhalt verdienen.

Die Schlafkrankheit verläuft in mehreren Stadien. Einige Wochen nach der Infektion kommt es zu Fieber, Schüttelfrost, Lymphknotenschwellungen, Hautausschlag und Juckreiz. Im späteren Stadium kommen Verwirrtheit, Koordinations- und Schlafstörungen dazu. Im Endstadium sind die Betroffenen in einem Dämmerzustand. Daher kommt auch der Name der Krankheit. Unbehandelt verläuft die Krankheit meistens tödlich. Aufgrund intensiver Kontroll- und Überwachungsprogramme ist die Zahl der gemeldeten Neuerkrankungen das erste Mal seit 50 Jahren unter 10.000 Erkrankte pro Jahr zurückgegangen.

Für die Behandlung der Schlafkrankheit stehen nur sehr wenige Medikamente zur Verfügung. Diese haben teilweise erhebliche Nebenwirkungen. Für bessere Medikamente mit weniger Nebenwirkungen wird erst in den letzten Jahren mit öffentlichen Mitteln mehr geforscht. Ein neu entdeckter Wirkstoff ist zur Zeit in der klinischen Entwicklung, aber es wird noch einige Jahre dauern bis er zur Behandlung zur Verfügung steht. Seit 2009 ist ein neues Kombinationspräparat auf dem Markt dessen Anwendung nebenwirkungsärmer ist, aber immer noch per Infusion verabreicht werden muss. Es werden dringend Medikamente in Tablettenform benötigt, die einfach zu handhaben sind, so dass sie auch von GesundheitsarbeiterInnen in abgelegenen Gebieten eingesetzt werden können. Darüber hinaus ist es wichtig, besser verträgliche Medikamente zu haben, die im Frühstadium der Krankheit eingesetzt werden können.

Tuberkulose

Die Tuberkulose (TB ) wird auch Schwindsucht genannt. Sie ist die häufigste Infektionskrankheit der Welt. Rund ein Drittel der Weltbevölkerung – das sind rund zwei Milliarden Menschen – tragen den Erreger, das Mycobakterium tuberculosis, in sich. Doch nur bei einem von zehn Infizierten bricht die Krankheit aus. Menschen, die in Armut leben, durch andere Krankheiten (z.B. Aids) geschwächt oder unterernährt sind, sind besonders gefährdet eine Tuberkulose zu bekommen.
Die häufigste Form der Erkrankung ist die Lungen-Tuberkulose. Wer eine offene Lungen-TB hat, kann die Bakterien über Husten oder Sprechen auf andere Menschen übertragen.

Tuberkulose ist heilbar. Die PatientInnen müssen nach einem weltweit festgelegten Plan über mehrere Monate hinweg Tabletten einnehmen. Wird die Einnahme der Tabletten zu früh abgebrochen, entstehen Antibiotika-Resistenzen, d.h. die Medikamente wirken bei den PatientInnen nicht mehr. Hier muss in Zukunft viel geforscht werden. Dringend nötig sind neue Medikamente, die die Behandlungsdauer verkürzen.

Tuberkulose sollte aber nicht allein mit Arzneimitteln bekämpft werden. Genauso wichtig ist es, die Armut zu bekämpfen. Über Jahrzehnte war in Deutschland die TB die häufigste einzelne Krankheit mit Todesfolge. Das heißt, an keiner anderen Erkrankung starben Ende des 19., Anfang des 20. Jahrhunderts so viele Menschen. Die Verbesserung der Lebensbedingungen war ein entscheidender Faktor, dass die Krankheit fast vollständig zurückgedrängt worden ist.

Vereinten Nationen

Die Vereinten Nationen (engl. United Nations = UN oder United Nations Organisation =UNO) ist der Name einer Organisation, die 1945 – also nach dem zweiten Weltkrieg - gegründet wurde. Sie hat ihren Sitz in New York / USA. Der Organisation gehören die meisten Länder der Welt an. Sie setzen sich für Frieden und die Einhaltung der Menschenrechte ein.

Die UN hat viele Sonderorganisationen gebildet. Dazu gehört z.B. das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (UNICEF) oder die Weltgesundheitsorganisation.

Versandhandel von Arzneimitteln

Der Versandhandel von Arzneimitteln ist deutschen Unternehmen nach geltendem Recht untersagt. Allerdings bieten ausländische Versandapotheken ihre Dienste auch in Deutschland per Internet an und liefern günstig Pillen per Post. ApothekerInnen prüfen eingehende Bestellungen und   beachten dabei auch die Rezeptpflicht.
Mit besonderer Vorsicht sind jedoch Internet-Angebote zu genießen, hinter denen keine Apotheke steht. Dieser Internethandel liefert häufig falsche und verharmlosende Informationen zu den Produkten. Nicht selten ist er illegal, weil rezeptpflichtige Mittel, qualitativ minderwertige oder sogar gefälschte Mittel verkauft werden, die nicht enthalten, was sie versprechen oder die Markenpräparate imitieren. Nicht nur die Anbieter, auch die KäuferInnen solcher illegaler Waren machen sich strafbar und riskieren ihre Gesundheit.

Virus (Mehrzahl: Viren)

Viren sind kleine Krankheitserreger, die man nicht mit dem bloßen Auge sehen kann. Sie sind noch viel kleiner als Bakterien. Im Gegensatz zu Bakterien sind Viren keine richtigen Lebewesen. Sie können sich nicht selbst vermehren, sondern brauchen dazu die Zelle eines Lebewesens – eine sogenannte Wirtszelle. Wenn ein Virus sich vermehren will, schleust es sich in eine andere Zelle ein und zwingt sie, neue Viren herzustellen.
Es gibt viele Viruserkrankungen. Zum Beispiel Masern, Grippe oder auch Aids. Gegen Viren helfen Antibiotika nicht. Oft behandelt man bei einer Infektion nur die Beschwerden wie Fieber, Schmerzen, Durchfall usw. und wartet bis sich der Körper erholt hat und alle Erreger vernichtet sind. Dafür braucht der Körper Zeit. Man sollte sich daher schonen und viel trinken.

Weltgesundheitsorganisation (WHO)

Die Weltgesundheitsorganisation (engl: World Health Organisation = WHO) ist eine Sonderorganisation der Vereinten Nationen (engl: United Nations = UN). Sie wurde 1946 gegründet und hat ihren Sitz in Genf in der Schweiz. Ihr gehören insgesamt 193 Staaten an. Die Bundesrepublik Deutschland ist der WHO im Jahr 1951 beigetreten.
Die WHO soll dafür sorgen, dass für alle Menschen ein Höchstmaß an Gesundheit erreicht wird. Dazu gehören die Bekämpfung von Krankheiten und vorbeugende Maßnahmen wie z.B. die Verbesserung der Hygiene und der sanitären Einrichtungen. Dafür stellt die WHO Beratungs- und Schulungsprogramme und auch Personal bereit.
Zudem sammelt die WHO Krankheitsdaten aus der ganzen Welt. Das sind Zahlen und Daten zu Aids, Tuberkulose, Malaria, Grippe und vielen anderen Krankheiten. Diese werden immer auf dem laufenden Stand gehalten und einmal im Jahr veröffentlicht, im sogenannten World Health Report. Darin stehen auch Handlungsempfehlungen für die 193 Mitgliedsstaaten der WHO.
Die Weltgesundheitsorganisation hat seit ihrem Bestehen schon viele Erfolge erzielt. So konnten die Pocken – eine gefährliche Infektionskrankheit – fast vollständig ausgerottet werden. Auch die Kinder- und Müttersterblichkeit ist in Entwicklungsländern seit dem Bestehen der WHO stark zurückgegangen.
Aber noch sind nicht alle Ziele erreicht. Weiterhin arbeitet die WHO daran, die große Ungleichheit in der Gesundheitsversorgung zwischen armen und reichen Ländern und zwischen der Stadt- und Landbevölkerung abzubauen.